News von heute: Brasilien: Brände im Amazonas-Gebiet und im Pantanal halten an

News von heute: Brasilien: Brände im Amazonas-Gebiet und im Pantanal halten an

Mindestens 19 Tote bei Angriff auf Universitätsgelände in Kabul +++ Zwei Mädchen nach Erdbeben in der Türkei lebend geborgen +++ Edward Snowden bewirbt sich um russischen Pass +++ Die News von heute im stern-Ticker.

Aktuelle Top-Meldung:

Brasilien: Brände im Amazonas-Gebiet und im Pantanal halten an

Die schlimmen Waldbrände in Brasilien wüten weiter – im Amazonas-Gebiet und im Pantanal, einem der größten Binnenland-Feuchtgebiete der Welt. Das brasilianische Institut für Weltraumforschung (Inpe), das Satellitenbilder auswertet, registrierte im Oktober 17.326 Brandherde. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Oktober 2019, als das Inpe 7.855 Feuer verzeichnete, und die zweitmeisten – nach 2015 (19.469) – für den Monat Oktober in den vergangenen zehn Jahren.

Das Pantanal hatte in der vergangenen Woche bereits kurz vor Monatsende einen der Oktober mit den meisten Brandherden seit dem Jahr 2002 verzeichnet. Die Brände wüten seit Monaten, obwohl die brasilianische Regierung das Abbrennen von Flächen im Amazonas-Gebiet und im Pantanal im Juli per Dekret verboten hatte. Seit Mai ist das Militär im Kampf gegen die Flammen im Amazonas-Gebiet im Einsatz. Es war jedoch fraglich, ob Brasilien nun tatsächlich seine Bemühungen gegen die Brände erhöhen würde.

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Die Nachrichten von heute im stern-Ticker:

+++ 19.51 Uhr: WWF sieht zunehmende Gefahr durch Überschwemmungen und schlechte Wasserqualität +++

Wegen des Klimawandels könnte einer Studie zufolge ein wachsender Anteil der Weltbevölkerung künftig von Überschwemmungen, Wasserknappheit oder einer schlechten Wasserqualität betroffen sein. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung könnte 2050 in einem Gebiet mit einem „sehr hohen Wasserrisiko“ leben, wie die Umweltschutzorganisation WWF mitteilte. Derzeit seien rund 17 Prozent der Menschen weltweit von diesen Problemen betroffen. Analysen des WWF hätten gezeigt, dass viele gefährdete Städte in China liegen, teilte die Organisation mit. Als weitere Krisenherde gelten demnach Südasien, der Nahe Osten, Südamerika und Afrika. Auch Millionenmetropolen wie Peking, Istanbul und Rio de Janeiro könnten betroffen sein. Deutsche Städte kommen im globalen Vergleich laut WWF gut davon. Dennoch habe es in den vergangenen Jahren immer wieder regionale Engpässe nach trocken und heißen Sommern oder niederschlagsarmen Wintern gegeben.

+++ 17.51 Uhr: 300 Festnahmen in Belarus bei Protesten gegen Lukaschenko +++

Bei der Sonntagsdemonstration gegen den Machthaber Alexander Lukaschenko sind in Belarus (Weißrussland) etwa 300 Menschen festgenommen worden. Das teilte das Innenministerium am Montag in der Hauptstadt Minsk mit. Die Behörden behaupteten, die Aktion habe „von Beginn an keinen friedlichen Charakter“ gehabt. So hätten Demonstranten einen selbstgebauten Sprengsatz „eingesetzt“.

+++ 17.03 Uhr: Koalition einigt sich auf schnelleren Ausbau der Windkraft auf See +++

Die schwarz-rote Koalition hat sich auf einen schnelleren Ausbau der Windkraft auf See geeinigt. Nach heftigen Protesten aus der Windkraftbranche vereinbarten die Unterhändler der Regierungsfraktionen aber Änderungen am Gesetzentwurf von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), wie SPD und Union mitteilten. Dabei ging es um die Frage, unter welchen finanziellen Bedingungen Ausschreibungen stattfinden. Unternehmen hatten scharf kritisiert, die Pläne von Altmaier führten dazu, dass der Kostendruck steige – und es dann unrealistischer werde, dass Windparks überhaupt entstehen.

+++ 15.41 Uhr: Kolumbien: Hunderte Ex-Farc-Kämpfer fordern besseren Schutz +++

Hunderte ehemalige Kämpfer der kolumbianischen Farc-Guerilla sind auf ihrem „Marsch für das Leben und den Frieden“ in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá angekommen. Wie im kolumbianischen Fernsehsender „Caracol TV“ am Sonntagabend zu sehen war, versammelten sie sich auf dem Bolívar-Platz im Herzen der Stadt. Die Ex-Guerilleros, die weiße Fahnen schwenkten, fordern einen besseren Schutz und ein Gespräch mit Präsident Iván Duque. Die früheren Kämpfer waren vor rund zehn Tagen aus verschiedenen Regionen des südamerikanischen Landes aufgebrochen und hatten auf ihrem Weg an mehreren Orten um Entschuldigung für ihre Taten gebeten.

+++ 15:27 Uhr: Aserbaidschan bringt weitere Orte in Berg-Karabach unter Kontrolle +++

Die aserbaidschanischen Streitkräfte haben im Kampf um die Südkaukasusregion Berg-Karabach acht weitere Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht. Das teilte Präsident Ilhalm Aliyev im Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Lang lebe die Armee!“ und „Karabach ist Aserbaidschan!“, schrieb er. Armenien meldete neue Verluste in den eigenen Reihen. Die Zahl der getöteten Soldaten stieg demnach um 11 auf 1.177. Aserbaidschan macht keine Angaben zu getöteten Soldaten. Trotz mehrerer vereinbarter Waffenruhen gingen die Kampfhandlungen unvermindert weiter.

+++ 14.45 Uhr: Bundesregierung genehmigt Export von Patrouillenbooten nach Ägypten +++

Die Bundesregierung hat der Lürssen Werft die Lieferung von neun Patrouillenbooten und eines Küstenschutzbootes an Ägypten genehmigt. Das geht aus einem Schreiben von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) an den Wirtschaftsausschuss des Bundestags hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Wert der Boote wird in dem Schreiben mit etwa 130 Millionen Euro angegeben. Der Bundessicherheitsrat, dem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehrere Minister angehören, habe das Geschäft abschließend genehmigt.

+++ 13.57 Uhr: Mindestens 19 Tote bei Angriff auf Universitätsgelände in Kabul +++

Bei einem Angriff auf das Gelände der Universität von Kabul sind nach Angaben des afghanischen Innenministeriums mindestens 19 Menschen getötet und 22 weitere verletzt worden. Den Angaben zufolge hatten drei Bewaffnete das Areal gestürmt und sich sechs Stunden lang ein Feuergefecht mit afghanischen Eliteeinheiten geliefert. Der Einsatz dauere weiter an, hieß es. Augenzeugenberichten zufolge hatten die Angreifer in Militäruniform bekleidet den Campus betreten und sich dann in einer der Fakultäten stundenlang ein Feuergefecht mit den afghanischen Sicherheitskräften geliefert. Über dem Campus waren Hubschrauber zu sehen. Zudem waren Explosionen sowie Schüsse zu hören.

+++ 13.45 Uhr: Tausende Muslime protestieren in Bangladesch gegen Frankreich +++ 

Tausende Muslime haben in Bangladesch gegen den französischen Präsidenten Emmanuel Macron protestiert, der die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen von der Meinungsfreiheit gedeckt sieht. Knapp 10.000 Demonstranten seien dabei gewesen, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Veranstalter der islamischen Gruppe Hefazat-e-Islami sprachen von mehr als 100.000 Protestierenden. Sie forderten einen Boykott französischer Waren und einen Stop der diplomatischen Beziehungen zwischen Bangladesch und Frankreich. Einige Demonstranten verbrannten Bilder von Macron. Nurul Islam, ein führender Vertreter der Gruppe Hefazat-e-Islami, forderte eine Entschuldigung Macrons an Muslime.

+++ 13.40 Uhr: Vier Tote in einem Einfamilienhaus in der Schweiz gefunden +++

In einem Einfamilienhaus in der Schweiz sind drei Kinder und ihr Vater tot aufgefunden worden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sind alle Opfer gewaltsam ums Leben gekommen. Man gehe davon aus, dass sich der Tatverdächtige unter den Opfern befinde, sagte Corina Winkler, Mediensprecherin der Kantonspolizei der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zum Motiv und Hergang der Tat sowie zum Alter der Toten machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Polizei sei am Montag gegen 7 Uhr informiert worden, dass in dem Einfamilienhaus in Buchs im Kanton Aargau vier tote Personen entdeckt worden seien. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau eröffnete eine Strafuntersuchung.

+++ 12.55 Uhr: Hurrikan „Eta“ zieht auf Mittelamerika zu +++

Tropensturm „Eta“ hat über der Karibik Hurrikanstärke erreicht und zieht auf Mittelamerika zu. Der Hurrikan bewegte sich mit 19 Kilometern pro Stunde auf die Küste von Nicaragua zu und dürfte am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) auf Land treffen, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Der Sturm erreichte Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde und wird nach Einschätzung der Meteorologen noch an Stärke gewinnen. In Nicaragua und Honduras wurde mit starkem Regen und heftigem Wind gerechnet. Das Hurrikanzentrum warnte vor lebensgefährlichen Springfluten, Überschwemmungen und Erdrutschen. 

+++ 12.49 Uhr: Polizei ermittelt wegen anti-französischer Aktion in Berlin-Neukölln +++

Die Berliner Polizei ermittelt wegen eines anti-französischen Vorfalls in Neukölln, der im Internet für Debatten sorgte. Auf einem Video ist zu sehen, wie ein Mann mit einer Maske des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an einem Strick von einem weiteren Mann in traditioneller arabischer Kleidung über die Sonnenallee gezogen und gedemütigt wird. Die Polizei teilte über Twitter mit, sie habe am Samstagabend einen Youtuber am Alexanderplatz überprüft. „Er soll mit einem Kaftan bekleidet seinen Bekannten in Perücke & Macron-Maske an einem Seil durch Neukölln geführt, beleidigt & angedeutet haben, ihn zu schlagen.“ Das Landeskriminalamt (LKA) ermittelt zu dem Fall. Es werde geprüft, ob es sich bei der Aktion um eine Straftat handeln könnte, hieß es. Der „Tagesspiegel“ hatte am Wochenende berichtet. Dort war von einem arabischstämmigen Youtuber, der Deutsch spricht, die Rede sowie von „Allahu Akbar“-Rufen in einem weiteren Video.

Macron hatte nach der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty durch einen Islamisten in Frankreich die Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen verteidigt. Bei einer Gedenkfeier sagte er, Frankreich werde nicht „auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen“. Der Lehrer hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt. Macrons Äußerungen führten weltweit zu Protesten von Muslimen.

+++ 12.35 Uhr: Zwei Mädchen nach Erdbeben in der Türkei lebend geborgen +++

Knapp drei Tage nach dem schweren Erdbeben in der Türkei haben die Helfer zwei Mädchen aus den Trümmern ihrer eingestürzten Wohngebäude in Izmir geborgen. 65 Stunden nach dem Beben zogen sie eine Dreijährige aus den Trümmern. Türkische Sender zeigten Bilder von dem kleinen Wunder. Darauf war sehen, wie die Kleine unter dem Beifall der Umstehenden aus dem eingestürzten Gebäude geholt und in ein Krankenhaus gebracht wird.

Mit dem Mädchen waren bis Montag 105 Verschüttete lebend aus den Trümmern gerettet worden. Ihre Mutter und ihre drei Geschwister waren schon vor ihr geborgen worden, allerdings erlag der Bruder Angaben des Fernsehers TRT zufolge später seinen Verletzungen. Wenige Stunden vor der Rettung der Dreijährigen hatten Bergungsteams eine 14-Jährige lebend aus den Trümmern eines weiteren Gebäudes geholt. Ihren Bruder jedoch konnten sie nach Informationen der Tageszeitung „Hürriyet“ nur noch tot bergen.

Das schwere Beben hatte am Freitag den Westen der Türkei und die griechische Insel Samos erschüttert. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag sein Zentrum zwischen Samos und der türkischen Provinz Izmir. Bis Montag stieg die Zahl der Todesopfer in Izmir Regierungsangaben zufolge auf 85; zwei weitere Schüler waren auf Samos von einer einstürzenden Mauer erschlagen worden. Fast tausend Menschen wurden in Izmir verletzt, von ihnen waren nach Angaben der Behörden mehr als 200 am Montag noch im Krankenhaus. 

+++ 12.29 Uhr: Mehr als 66 Prozent für Verfassungsreform in Algerien +++

Mehr als 66 Prozent der Algerier haben für eine Verfassungsreform gestimmt. Das teilte die Wahlkommission mit. Das Referendum war von einem Großteil der Bürger boykottiert worden; lediglich 23,7 Prozent der Abstimmungsberechtigten hatten sich an der Befragung am Sonntag beteiligt. Die Regierung hofft, mittels des Referendums die Protestbewegung im Land zu befrieden. Die Demonstrationen hatten im April 2019 zum Sturz des langjährigen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika geführt. Staatschef Tebboune hatte im Vorfeld der Abstimmung erklärt, der von ihm vorgelegte Text erfülle die Forderungen der Protestbewegung. 

+++ 12.04 Uhr: Frankreich erinnert zu Schulbeginn an ermordeten Lehrer Paty +++

Mit einer Schweigeminute haben die Schülerinnen und Schüler in Frankreich zum Schulstart nach den Herbstferien des brutal ermordeten Lehrers Samuel Paty gedacht. Ab Montagvormittag um 11 Uhr wurde an den Schulen im Land an den Lehrer erinnert. Premierminister Jean Castex und Bildungsminister Jean-Michel Blanquer besuchten eine Grundschule in Conflans-Sainte-Honorine. In dem Pariser Vorort hatte Paty an einer anderen Schule gelehrt. 

Paty war Mitte Oktober am Freitag vor den Herbstferien den Ermittlern zufolge von einem 18-Jährigen getötet worden, weil er in einer Unterrichtsstunde zur Meinungsfreiheit Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatte. Seine Leiche war enthauptet aufgefunden worden. Die Tat hatte in Frankreich riesiges Entsetzen ausgelöst, die Ermittler gehen von einem Terrorakt aus. Keine zwei Wochen später starben bei einer Messerattacke in einer Kirche drei Menschen in Nizza, auch hier geht die Staatsanwaltschaft von einem islamistischen Anschlag aus. 

+++ 12.02 Uhr: 13 Jahre Haft in Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach +++

In einem Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach ist der Angeklagte in Wiesbaden zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht verhängte gegen den 39-Jährigen eine Freiheitsstrafe wegen über 50 Fällen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs sowie Besitzes, Herstellung und der bandenmäßigen Verbreitung kinderpornografischer Schriften. Zudem ordnete das Wiesbadener Landgericht die Unterbringung des Mannes in der Sicherungsverwahrung an. Die Urteilsbegründung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dem Deutschen war vorgeworfen worden, seine Kinder, darunter ein Säugling und ein Stiefkind sexuell missbraucht und Bilder der Taten über Chatgruppen verschickt zu haben. Die Verhandlung hatte zum Schutz der Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden.

+++ 11.05 Uhr: 300 Festnahmen in Belarus bei Protesten gegen Lukaschenko +++

Bei der Sonntagsdemonstration gegen den Machthaber Alexander Lukaschenko sind in Belarus (Weißrussland) etwa 300 Menschen festgenommen worden. Das teilte das Innenministerium am Montag in der Hauptstadt Minsk mit. Die Behörden behaupteten, die Aktion habe „von Beginn an keinen friedlichen Charakter“ gehabt. So hätten Demonstranten einen selbstgebauten Sprengsatz „eingesetzt“.

Auf Fotos und Videos war aber zu sehen, wie Sicherheitskräfte Blend- und Schockgranaten gegen die friedliche Menschenmenge einsetzten, um sie auseinander zu treiben. Auch Warnschüsse wurden abgefeuert. Zehntausende Menschen waren durch Minsk gezogen. Auch in anderen Städten gab es einzelne Aktionen. Lukaschenko hatte den Demonstranten zuvor Gewalt angedroht.

+++ 10.27 Uhr: Neuseeland: Ardern stellt Kabinett vor – Maori wird Außenministerin +++

Rund zwei Wochen nach ihrem deutlichen Wahlsieg hat Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern ihr neues Kabinett vorgestellt. Außenministerin wird die Maori Nanaia Mahuta, die als erste Frau dieses Amt besetzt. 

Die 50-Jährige war bisher Ministerin für Maori-Entwicklung und Lokalverwaltung. Sie ist die erste Frau im neuseeländischen Parlament, die ein Moko Kauae – ein traditionelles Kinn-Tattoo – trägt. Frauen mit Maori-Abstammung und gemischter Abstammung hätten in Neuseeland heute berufliche Möglichkeiten, die ihnen lange verschlossen waren, sagte Mahuta. Das Amt sei ein „riesiges Privileg“.

+++ 10.06 Uhr: iPad ist Luxus: Jobcenter muss Tablet für Schülerin nicht bezahlen +++

Die Jobcenter müssen Schülerinnen und Schülern einem Gerichtsurteil zufolge kein iPad bezahlen, selbst wenn ihre Schulklasse den Unterricht auf diese Tablets umstellt. Für die Ausstattung mit Lernmitteln sei der Schulträger zuständig, befand das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen. Wenn Familien sich die Geräte nicht leisten könnten, müsse der Schulträger eine kostenfreie Leihmöglichkeit schaffen.

In dem Fall hatten eine Sechstklässlerin und deren Familie, die von Hartz IV lebt, beim Jobcenter 460 Euro für ein iPad beantragt. Ohne das Gerät bekomme das Mädchen die Hausaufgaben nur in Papierform und sei damit in seiner Klasse ausgegrenzt, argumentierten sie. Das Jobcenter war allenfalls bereit, ein Darlehen zu gewähren.

+++ 9.48 Uhr: 20 Verletzte nach Frontalzusammenstoß von Straßenbahnen in Köln +++

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Straßenbahnen in Köln sind mindestens 20 Menschen verletzt worden. Dabei handelte es sich um 18 leichtverletzte Fahrgäste und die beiden Bahnführer, die schwere Verletzungen erlitten, wie die Polizei mitteilte. Die Zahl sei allerdings vorläufig, erklärte ein Sprecher. Rettungskräfte kümmerten sich um die Betroffenen.

+++ 8.53 Uhr: US-Schauspieler Eddie Hassell erschossen +++

US-Schauspieler Eddie Hassell ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge im Alter von 30 Jahren erschossen worden. Die Tat ereignete sich am Sonntagmorgen (Ortszeit) in Texas, wie das US-Branchenblatt „Variety“ unter Berufung auf das Management des Schauspielers berichtete. Ersten Erkenntnissen zufolge soll sich die Tat bei einem Autoraub ereignet haben. Das Promiportal „tmz“ berichtete, dem Schauspieler sei vor der Wohnung seiner Freundin in den Bauch geschossen worden. Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar.

+++ 8.05 Uhr: Zelte bei Brand in Flüchtlingslager zerstört +++

Bei einem Brand in einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Samos sind am Montag rund 15 Zelte zerstört worden. Das Feuer sei aus bislang ungeklärten Gründen in den frühen Morgenstunden ausgebrochen, teilte das griechische Migrationsministerium mit. Mehr als 20 Feuerwehrleute hätten das Feuer nach wenigen Stunden unter Kontrolle gebracht. Verletzt wurde demnach niemand. Nach Angaben der griechischen Behörden sind im Lager Samos etwa 4200 Menschen untergebracht.

+++ 8.01 Uhr: Snowden will russischen Pass +++ 

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden will Russe werden. Snowden, dem in seiner Heimat ein Prozess wegen Spionage droht, teilte am Montag auf Twitter mit, er habe sich um einen russischen Pass beworben – die US-Staatsbürgerschaft wolle er jedoch behalten. Zuvor hatte Snowdens Partnerin Lindsay Mills verkündet, sie sei schwanger. „Nach jahrelanger Trennung von unseren Eltern haben meine Frau und ich keinerlei Interesse daran, von unserem Sohn getrennt zu werden“, schrieb Snowden. „In diesen Zeiten der Pandemie und der geschlossenen Grenzen bewerben wir uns um die doppelte US-russische Staatsbürgerschaft.“ Der 37-Jährige machte zugleich deutlich, dass er und Mills ihr Kind „mit dem ganzen Werteverständnis jenes Amerika, das wir lieben, erziehen“ wollten – „einschließlich der Freiheit, seine Meinung zu sagen“.

+++ 6.57 Uhr: Präsidentschaftswahl in Republik Moldau – Entscheidung vertagt +++

Die Entscheidung über den künftigen Präsidenten der krisengeschüttelten Republik Moldau wird erst in zwei Wochen fallen. Nach Auszählung von 99 Prozent aller Wahllokale am Montagmorgen muss der Amtsinhaber Igor Dodon in eine Stichwahl gegen die prowestliche Ex-Ministerpräsidentin Maia Sandu. Damit war gerechnet worden. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission in der Hauptstadt Chisinau lag Sandu vor dem Präsidenten, der für einen russlandfreundlichen Kurs steht. Er kam demnach auf 32,7 Prozent der Stimmen. Seine Herausforderin erreichte 35,9 Prozent. Beide waren bereits vor vier Jahren gegeneinander angetreten. Damals hatte sich Dodon erst in der zweiten Runde knapp gegen Sandu durchgesetzt.

+++ 4.36 Uhr: Russland klagt vor Sportgerichtshof +++

Vor dem Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne beginnt am Montag die Verhandlung zum Einspruch von Russland gegen die vierjährige Olympia-Sperre. Verhängt wurde der Bann von der Welt-Anti-Doping-Agentur, weil Russland die eingeforderten Dopingdaten aus dem Moskauer Labor aus den Jahren 2012 bis 2015 vor der Übergabe manipuliert haben soll. Der Ausschluss würde, wenn er vom Cas bestätigt würde, für die Sommerspiele 2021 Tokio und für die Winterspiele 2022 in Peking gelten.

+++ 3.14 Uhr: Biden-Wahlkampfbus offenbar von Trump-Anhängern abgedrängt +++

Auf einer Bustour von Wahlkampfhelfern des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden ist es kurz vor der US-Wahl zu einem gefährlichen Vorfall gekommen. Wie US-Medien unter Berufung auf das FBI berichteten, befasst sich inzwischen auch die Bundespolizei mit einer auf mehreren Twitter-Videos festgehaltenen Szene, die sich am Samstag auf einer Schnellstraße ereignete.

Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie sich ein weißer SUV und ein schwarzer Pickup unmittelbar hinter dem Bus auf der Interstate 35 in Texas bei hoher Geschwindigkeit gegenseitig berühren und abzudrängen versuchen. Von welchem Auto der Kontakt ausging, ist auf den Videos nicht zweifelsfrei zu erkennen.

Nach entsprechenden Aufrufen in den sozialen Netzwerken war der Bus bei seiner Fahrt zwischen San Antonio und Austin von zahlreichen Autos umringt worden, überwiegend Pickups und SUVs mit Flaggen zur Unterstützung von US-Präsident Donald Trump. Dem Zeitungsbericht zufolge gingen von den Fahrzeugen Hupkonzerte und Beschimpfungen in Richtung des Wahlkampfbusses aus. Weder Biden noch seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft, Kamala Harris, waren selbst in dem Bus.

+++ 0.17 Uhr: Macron schickt Innenminister nach Tunesien +++

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf Kirchgänger im französischen Nizza schickt Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron seinen Innenminister ins Herkunftsland des tunesischen Attentäters. Innenminister Gérald Darmanin solle in dieser Woche nach Tunis reisen, um mit seinem dortigen Amtskollegen über Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus zu sprechen, teilte der Elysée-Palast am Sonntag mit. Am Vortag hatte Macron mit dem tunesischen Staatschef Kais Saied telefoniert. Dieser bekundete dabei laut Elysée-Palast „seine Solidarität mit Frankreich nach den terroristischen Taten“. Die beiden Staatschefs kamen demnach überein, die Zusammenarbeit ihrer Länder im Anti-Terror-Kampf zu verstärken.

ivi / rw
DPA
AFP

Published at Mon, 02 Nov 2020 19:00:00 +0000